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Das Projekt


An der Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Uni Freiburg beschäftigen wir uns seit 2010 im Rahmen des Projektes „Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs“ mit diesem Thema. Gefördert wird unsere Arbeit vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg aus den Mitteln der Landesjagdabgabe. Unser Kooperationspartner ist die Professur für Forst-und Umweltpolitik an der Uni Freiburg. Das Forschungsprojekt endet Ende März 2019.

Was wird untersucht?

Da Wildtiere im Siedlungsraum zunehmend ein gesellschaftliches Thema geworden sind, haben wir uns folgende Fragen gestellt:

  • Welche Wildtierarten treten in Baden-Württemberg im Siedlungsraum auf?
  • Welche Konflikte entstehen dadurch?
  • Wie wird mit diesen Konflikten in Baden-Württemberg umgegangen?
  • Wie kann man den Umgang mit diesen Konflikten verbessern?

Ziel des Projektes ist es, Handlungsempfehlungen für das Wildtiermanagement im Siedlungsraum in Baden-Württemberg zu erarbeiten.

Methoden

Um die oben genannten Fragen zu beantworten, haben wir verschiedene Methoden angewendet. Um zunächst einen Überblick über die Thematik im Bundesland zu bekommen, führten wir Experteninterviews mit beteiligten Akteuren. Aus diesen Interviews entwickelten wir einen Onlinefragebogen, den wir von Personen ausfüllen ließen, die regelmäßig Anfragen aus der Bevölkerung zum Thema Wildtiere im Siedlungsraum entgegennehmen. Die Herausforderung war dabei, dass es zu dem Zeitpunkt in Baden-Württemberg keine direkten Ansprechpartner für Wildtiermanagement im Siedlungsraum gab. Also baten wir Personen aus allen beteiligten Akteursgruppen (Förster, Jäger, Veterinäre, Polizisten, Angestellte der Gemeindeverwaltungen, Tierschützer und weitere) an der Onlinebefragung teilzunehmen. Parallel führten wir eine Medienanalyse durch, in der wir Presseartikel, Internetforen und Internetseiten von Gemeinden in Baden-Württemberg hinsichtlich der Thematik analysierten. Um herauszufinden, wie außerhalb unseres Bundeslandes mit Wildtieren im Siedlungsraum umgegangen wird, führten wir im Rahmen von Fallstudien Interviews mit den Ansprechpartnern für urbanes Wildtiermanagement aus verschiedenen Städten in Deutschland und der Schweiz. Um den Umgang und die Einstellungen der Bürger Baden-Württembergs zum Thema Wildtiere im Siedlungsraum besser verstehen zu können, beauftragten wir im Sommer 2014 das Sozialwissenschaftliche Umfragezentrum in Duisburg, eine telefonische Bevölkerungsbefragung in Baden-Württemberg durchzuführen. Um unsere Ergebnisse zu reflektieren und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten, veranstalteten wir im Herbst 2014 und im Frühjahr 2015 jeweils zwei aufeinander aufbauende Workshops in den vier Regierungsbezirken Baden-Württembergs. Teilnehmer waren die unterschiedlichen am Wildtiermanagement im Siedlungsraum beteiligten Akteursgruppen.

Ergebnisse

Wir fanden heraus, dass Arten wie Steinmarder und Fuchs in den meisten Städten und Dörfern Baden-Württembergs heimisch sind. Wildschweine und Dachse kommen punktuell sehr häufig vor, der Waschbär breitet sich im Nordosten des Bundeslandes langsam aus. Weitere Arten, die im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz gelistet sind und in den Ortschaften Baden-Württembergs eine Rolle spielen, sind verschiedene Wasservogelarten, Wildkaninchen, Nutria, Reh und Feldhase. Die einzelnen im Siedlungsraum auftretenden Wildtierarten lösen sehr unterschiedliche Arten von Konflikten aus. Während Wildschwein und Steinmarder vor allem ökonomische Schäden verursachen, hat die Bevölkerung im Bezug auf Füchse vor allem gesundheitliche Bedenken.

Ein Großteil der Bevölkerung gibt an, bei Konflikten mit Wildtieren im Siedlungsraum Unterstützung zu benötigen. In Baden-Württemberg gibt es hierzu auf Verwaltungsseite bislang keine einheitlichen Ansprechpartner. Zwar haben einige Landkreise und Kommunen bereits Konzepte entwickelt, jedoch ist es oft vom Engagement einzelner Personen abhängig, ob und in welcher Form Bürgern geholfen wird. Unsere Ergebnisse zeigen, dass zwar eine große Bereitschaft seitens Behörden und Verbänden gegeben ist, Bürger zu unterstützen, jedoch wird in den wenigsten Fällen präventiv agiert und proaktiv über Wildtiere im Siedlungsraum und Maßnahmen zur Konfliktminimierung  informiert und aufgeklärt. Um dem zu begegnen, entwickelten wir als erste Maßnahme diese Website.

Wir empfehlen, dass Wildtiermanagement im Siedlungsraum Baden-Württembergs zum Ziel haben sollte, ökonomische Schäden gering zu halten, Sicherheits- und Gesundheitsrisiken zu vermeiden, den Tierschutz zu gewährleisten und das Naturerlebnis der Bevölkerung zu stärken. Ein weiteres Ergebnis unseres Projektes werden Handlungsempfehlungen für die Landkreise und Kommunen Baden-Württembergs sein, um diese Ziele zu erreichen.

Aktionen

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© 2017 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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