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Häufige Fragen


Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Wildtieren in Städten und Dörfern. Falls Sie hier nicht die gesuchten Informationen finden, nutzen Sie bitte das Kontaktformular.


Nimmt die Anzahl der Wildtiere im Siedlungsraum zu?


Wieso werden hier keine weiteren Arten behandelt, die im Siedlungsbereich auftreten, wie etwa Singvögel oder Eichhörnchen?


Wenn ein Fuchs mir gegenüber keine Scheu zeigt, hat er dann Tollwut?


Kann ich das Obst und Gemüse aus meinem Garten noch essen, wenn ein Fuchs regelmäßig durch meinen Garten streift?


Was mache ich, wenn ich ein verletztes Wildtier finde?


Was mache ich, wenn ich ein verlassenes Jungtier finde?


Kann man ein Wildtier im Garten fangen und woanders wieder aussetzen?


Soll man Wildtiere im Siedlungsraum füttern?


Was mache ich, wenn ich einen Greifvogel oder eine Eule finde?


Wie beobachte ich Wildtiere richtig?


An wen kann ich mich bei Problemen und Fragen wenden?

Antworten

Nimmt die Anzahl der Wildtiere im Siedlungsraum zu?

Da keine Vorher-Nachher-Zahlen vorliegen, kann man hierzu nur Vermutungen anstellen. Sicher ist, dass sich das Spektrum der Wildtierarten, die Städte und Dörfer besiedeln, vergrößert. In Baden-Württemberg breitet sich der Waschbär vor allem im Nordosten des Bundeslandes aus und ist hier zunehmend im Siedlungsbereich anzutreffen. Im Rahmen einer Befragung unter Personen in Baden-Württemberg, die Anfragen zu Wildtieren im Siedlungsraum aus der Bevölkerung entgegennehmen, stellte man fest, dass die Anfragen aus der Bevölkerung zu diesem Thema in den letzten zwanzig Jahren zugenommen haben. Man kann also nicht genau sagen, ob es mehr Wildtiere geworden sind - fest steht jedoch, dass die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu diesem Thema gestiegen ist und zunehmend Unterstützung benötigt wird.

Wieso werden hier keine weiteren Arten behandelt, die im Siedlungsbereich auftreten, wie etwa Singvögel oder Eichhörnchen?

Die Liste der im Siedlungsbereich vorkommenden Wildtiere ist lang und wird stetig länger. Wir stellen Ihnen hier vor allem die Arten vor, die im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) aufgeführt sind und mit denen das nachbarschaftliche Zusammenleben nicht immer ganz einfach ist. Die Website wird sukzessive weiterentwickelt. Falls Sie Informationen zu weiteren Arten wünschen, zögern Sie nicht, uns dies über unser Kontaktformular mitzuteilen.

Wenn ein Fuchs mir gegenüber keine Scheu zeigt, hat er dann Tollwut?

Deutschland wurde im Jahr 2008 als tollwutfrei erklärt. In den letzten Jahren wurde immer häufiger von Füchsen berichtet, die ihre natürliche Scheu verloren hatten. Solche Beobachtungen wurden auch in der Großstadt Zürich gemacht. So kam es schon vor, dass Füchse in Wohnungen hinein gelaufen sind, sich durch lautes Rufen nicht aus dem Garten haben vertreiben lassen oder in Einzelfällen sogar zugebissen haben. Es handelte sich dabei um Füchse, die gefüttert und so halbzahm gemacht wurden.

Eine Gefahr von Tollwut besteht im Moment also nicht. Trotzdem sollte auf zu große Nähe zwischen Mensch und Tier verzichtet werden, da Füchse auch andere Krankheiten übertragen können. Außerdem schmerzt sicherlich der Biss eines Fuchses, der das geforderte Futter nicht erhält, stark genug. Für Ihr Wohl und das des Wildtieres denken Sie daran: Nicht füttern und nicht zähmen!

Kann ich das Obst und Gemüse aus meinem Garten noch essen, wenn ein Fuchs regelmäßig durch meinen Garten streift?

Prinzipiell besteht die Möglichkeit, sich durch den Verzehr verunreinigter Nahrung mit dem Kleinen Fuchsbandwurm zu infizieren. Die Gefahr einer Ansteckung wird jedoch als gering eingestuft. Mehr Informationen finden Sie hier. Sie können ihre Gartenfrüchte weiterhin essen, sollten es aber immer gründlich waschen. Bei abgekochten Nahrungsmitteln besteht keine Infektionsgefahr.

Was mache ich, wenn ich ein verletztes Wildtier finde?

Zuerst einmal sollte das Tier aus sicherer Entfernung beobachtet werden. Nicht immer braucht ein Tier die Hilfe des Menschen. Sind Sie sich jedoch sicher, dass das Tier verletzt oder krank ist, sollten Sie folgendes beachten. Zuerst gilt es, die eigene Gefährdung durch Kratzen, Beißen oder Tritte panischer Tiere sowie die mögliche Gesundheitsgefährdung beim Berühren kranker Tiere abzuschätzen. Auch bei der Bergung eines im Straßenverkehr verunfallten Tieres sollten Sie Acht geben, nicht selbst in eine Gefahrensituation zu geraten. 

Wie Sie weiter vorgehen sollten, hängt von der Tierart ab. So ist es laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten der Natur zu entnehmen. Nach §45 Absatz 5 ist es jedoch zulässig, kranke oder verletzte Tiere vorübergehend in Pflege zu nehmen. Sie sind unverzüglich wieder freizulassen, sobald sie sich selbstständig erhalten können. Wenn es sich bei dem gefundenen Tier um eine besonders geschützte Art handelt, ist die Aufnahme unbedingt der Unteren Naturschutzbehörde zu melden. Informationen zum Schutzstatus sämtlicher Arten finden Sie unter www.wisia.de.

Handelt es sich bei dem Tier um eine dem Jagdrecht unterliegenden Art (z.B. Reh, Wildschwein, Fuchs, Feldhase) muss die Jagdbehörde oder der zuständige Jagdpächter informiert werden.

Es ist immer hilfreich, bei dem Fund verletzter Wildtiere den örtlichen Tierschutzverein oder die örtliche Naturschutzbehörde zu kontaktieren. Diese können gegebenenfalls mit weiteren Adressen und Pflegestellen weiterhelfen. Auch tote Wildtiere unterliegen dem Jagdrecht, sodass das unbefugte Aneignen Wilderei darstellt und strafrechtlich verfolgt werden kann.

Weiterhin können Sie sich an das entsprechende Forstamt oder die örtliche Polizeidienststelle wenden, besonders wenn es sich um einen Wildunfall handelt.

Verletzte Vögel und Fledermäuse können Sie nach telefonischer Anmeldung (07473/1022) im NABU Vogelschutzzentrum Mössingen abgeben. Hilfe bietet ebenfalls die Bundesweite Tierrettungsstelle, die unter dem 24h- Notruf 0700-95295295 zu erreichen ist.

Was mache ich, wenn ich ein verlassenes Jungtier finde?

In diesem Fall gilt prinzipiell das Gleiche, wie wenn Sie ein verletztes Wildtier finden. Auch hier müssen Sie sich an die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes halten. Finden Sie ein allein sitzendes Jungtier, sollten Sie dieses eine Zeit lang beobachten, um sicherzustellen, dass es wirklich verlassen ist. Besonders Rehkitze und junge Feldhasen hocken die meiste Zeit regungslos an den Boden gedrückt im Gras und werden von der Mutter länger allein gelassen. Feldhasenmütter kommen nur zweimal am Tag zum Säugen vorbei. Junge Vögel verlassen ihr Nest oft, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist und werden von den Eltern außerhalb des Nestes weitergefüttert.

Wenn es sich bei dem Findling tatsächlich um ein verwaistes Tierjunges handelt, sollte man es mitnehmen und in die nächstgelegene Tierpflegestation bringen. Auch hier gilt, dass das Tier unverzüglich wieder freizulassen ist, sobald es sich selbstständig erhalten kann. Wenn es sich bei dem gefundenen Tier um eine besonders geschützte Art handelt, ist die Aufnahme unbedingt der Unteren Naturschutzbehörde zu melden. Informationen zum Schutzstatus sämtlicher Arten finden Sie unter www.wisia.de.

Handelt es sich bei dem Tier um einer dem Jagdrecht unterliegenden Art (z.B. Reh, Wildschwein, Fuchs, Feldhase) muss die Jagdbehörde oder der zuständige Jagdpächter informiert werden. Das unbefugte Aneignen einer dem Jagdrecht unterliegenden Art stellt Wilderei dar und kann strafrechtlich verfolgt werden.

Finden Sie ein Jungtier auf der Straße oder in der Nähe einer anderen Gefahrenquelle, so nehmen Sie es und setzen es je nach Art in hohes Gras, auf einen Ast oder in einen Busch. Bei Säugetierjungen empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen oder die Jungen nach der Begutachtung mit Gras abzureiben, um den menschlichen Geruch weitgehend abzudecken oder zu entfernen. Sonst kann es passieren, dass die Muttertiere aufgrund der menschlichen Witterung das Junge verlassen. Vogeleltern hingegen lassen sich von den Gerüchen nicht abhalten.

Kann man ein Wildtier im Garten fangen und woanders wieder aussetzen?

Beim Fang und Umgang mit Wildtieren sind die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes und des Tierschutzgesetzes zu befolgen. Arten, die wie der Igel besonders geschützt sind, dürfen generell nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Auch dem Jagdrecht unterliegende Arten wie z.B. Fuchs, Waschbär und Steinmarder dürfen nicht einfach gefangen und wieder ausgesetzt werden. Das Aufstellen von Fallen ohne Erlaubnis ist eine Straftat! Es ist möglich, einen speziellen Fallenlehrgang zu besuchen, dessen Absolvierung einen dann zum Fang mittels Lebendfalle berechtigt. Die beste Lösung ist jedoch, sich Hilfe bei einem Jagdausübungsberechtigten in der Umgebung oder beim Landesjagdverband zu holen. 

Soll man Wildtiere im Siedlungsraum füttern?

Durch eine Zufütterung wird das ohnehin reiche Nahrungsangebot im Siedlungsraum noch verbessert. Dies begünstigt eine unkontrollierte Vermehrung der Tiere und damit nehmen auch Probleme im Zusammenleben mit dem Menschen zu. Durch die Fütterung werden viele Tiere halbzahm, verlieren ihre Scheu und ihr natürliches Distanzverhalten. Sie können dreist und teilweise auch aggressiv auftreten und verwüsten Parkanlagen und Grünflächen. Außerdem steigt mit einer zunehmenden Wilddichte in Städten die Gefahr von Wildunfällen. Nicht zuletzt kann das angebotene Futter auch dem Tier schaden und Stoffwechselerkrankungen sowie Organschäden nach sich ziehen. Wildtiere sollten im Siedlungsraum somit nicht gefüttert werden! Weiterhin sollten Fleischprodukte, Milcherzeugnisse, Eier, Brot und andere hochwertige Nahrungsmittel nicht auf dem Kompost entsorgt werden. Mülltonnen sollten sicher verschlossen sein und das Katzenfutter nachts nicht auf der Terasse stehen gelassen werden.

Was mache ich, wenn ich einen Greifvogel oder eine Eule finde?

Sollten Sie selbst einmal einen jungen Greifvogel oder eine Eule finden, der nicht vor Ihnen flüchtet, so lassen Sie ihn bitte vor Ort. Er ist in der Regel nicht hilfsbedürftig. Greifvögel und Eulen durchlaufen eine Phase, in der sie um den Horst von Ast zu Ast hüpfen (man nennt die Vögel in dieser Phase auch Ästlinge) und das Fliegen üben. Fallen sie dabei zu Boden (z.B. nach einem Sturm oder Gewitter) sind sie keineswegs ganz hilflos und können durchaus wieder nach oben fliegen. Sie werden zudem von den Eltern weiter versorgt. In dieser Phase ist die Angst vor Menschen noch nicht besonders ausgeprägt. Sie würden ihm keinen Gefallen tun, wenn Sie ihn von seiner Familie entfernen.

Sind Sie dennoch der Meinung, dass dem Vogel am Fundort Gefahr droht, dann setzen Sie ihn  (z. B. per Leiter) an einen erhöhten Ort, z. B. auf einen Baum. Wenn auch dies  nicht möglich ist (z. B. in der Stadt oder an einer stark befahrenen Straße), kontaktieren Sie bitte eine Auffangstation. Adressen finden Sie in unseren Links.

Bei älteren Individuen, wenn der Vogel krank oder verletzt aussieht oder wenn Sie im Gefieder Eipakete von Fliegen finden bzw. Schmeißfliegen um den (Jung-) Vogel herumfliegen, sollten Sie schnellstmöglich eine Auffangstation oder einen vogelkundigen Tierarzt (www.vogeldoktor.de)  kontaktieren. Nehmen Sie den Vogel unter Zuhilfenahme einer Decke oder Jacke auf- Achtung vor den spitzen Krallen und Schnäbeln! Auch ein stark geschwächter oder verletzter Greifvogel wird noch mit allerletzter Kraft versuchen, sich zu wehren. Wenn Sie ihm jedoch mit einer Jacke oder Decke die Sicht nehmen, wird er sich gefahrlos greifen lassen, da Greifvögel & Eulen ausgesprochene „Augentiere“ sind. Setzen Sie den Vogel übergangsweise in einen dunklen, mit Zeitung oder Küchenpapier ausgelegten Karton. Bitte kein Heu, Stroh oder ähnliches in den Karton geben und auf keinen Fall den Greifvogel / die Eule in einen Käfig setzen. Darin würden Sie sich das für Ihre Flugfähigkeit und ihr Überleben in der Natur zwingend notwendige Gefieder zerstören.

Machen Sie am besten ein Foto und senden Sie es an info@d-f-o.de oder nehmen Sie mit dem Deutschen Falkenorden http://baden-wuerttemberg.d-f-o.de/ Kontakt auf.

Bitte unternehmen Sie auf keinen Fall selbstständige Fütterungsversuche! Ist der Vogel stark geschwächt, kann er feste Nahrung nicht verdauen. Er kann sogar daran sterben. Bitte versuchen Sie keinesfalls, dem Vogel den Schnabel zu öffnen und ihm zwangsweise Flüssigkeit einzugeben! Die Gefahr ist groß, dass der Vogel etwas in die weit oben an der Zunge sitzende Luftröhre bekommt und daran erstickt! Bitte spielen Sie nicht mit dem Gedanken den Greifvogel / die Eule selbst zu pflegen oder aufzuziehen. Für die Pflege und Aufzucht von Greifvögeln und Eulen ist besonderes Fachwissen nötig, da Fehler schnell zum Tod führen und eine falsche Aufzucht bzw. längere Haltung in Menschenhand eine spätere erfolgreiche Auswilderung unmöglich machen.

Sie sollten in jedem Fall schnellstmöglich einen Fachmann zu Rate ziehen. Sie können sich auch an einen Falkner in Ihrer Nähe wenden. Viele Falkner nehmen kurzfristig solche Pflegefälle auf, wenn sie auch nicht über die Kapazitäten der Auffangstationen verfügen. An Adressen kommen Sie über die Seite http://baden-wuerttemberg.d-f-o.de/

Wie beobachte ich Wildtiere richtig?

Wer Wildtiere beobachten oder fotografieren möchte, braucht etwas Geduld. Manche Tierarten wie Fuchs, Steinmarder oder Igel sind vor allem in der Dämmerung und frühen Dunkelheit unterwegs, während man Singvögel am besten in den frühen Morgenstunden beobachten kann.

Wildtiere sollten möglichst aus der Entfernung beobachtet werden, um sie nicht zu stören und Stress zu vermeiden. Auf keinen Fall darf man sie fangen, streicheln, verletzen, füttern oder anlocken. Zudem sollte man darauf achten, auf für den Menschen vorgesehen Wegen zu bleiben und nicht kreuz und quer durch die Natur zu laufen. Besondere Achtung gilt in Naturschutzgebieten.

An wen kann ich mich bei Problemen und Fragen wenden?

Hier finden Sie die Kontaktdaten des für Ihren Landkreis zuständigen Wildtierbeauftragten.

 

 

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© 2017 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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