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Steckbrief Biber

Biber

Mensch und Biber

 

Der Biber wurde im Mittelalter intensiv verfolgt und bejagt. Sein Fleisch wurde gegessen, sein Fell war begehrt und sein als "Bibergeil" bekannter Markierungsduftstoff wurde als Wundermedizin angepriesen. 

Nach der Unterschutzstellung, der Einstellung der Jagd und Renaturierung seiner Lebensräume ist der Biber nun wieder auf dem Vormarsch. 

Die Rückkehr des großen Nagetieres bringt auch Konflikte mit sich. So ärgern sich manche Gewässeranlieger und Land- bzw. Forstwirte über geflutete Nutzungsflächen durch Böschungseinbrüche. Beim Bau ihrer Dämme unterminieren Biber Uferböschungen und Hochwasserdämme und behindern so den Wasserabfluss. Auch werden Gehölzverbiss und Fraß von Feldfrüchten beklagt. [5] Die meisten Konflikte treten in einer Zone bis 10m vom Gewässerufer auf, weshalb von Naturschutzverbänden immer wieder eine Pufferzone zwischen Nutzflächen und Gewässern gefordert wird. [2] Weitere Maßnahmen wie Verbissschutzmanschetten und Dammdrainagen sind ebenfalls eine Möglicheit zur Konfliktlösung. 

Zu selten wird allerdings die naturschutzfachliche Bedeutung des Bibers hervorgehoben. So schafft er Lebensräume für viele andere bedrohte Arten, in dem er durch seine aktive Gewässergestaltung den Reichtum verschiedener Strukturen erhöht. Er staut Gewässer mit Dämmen auf, fällt Bäume und gräbt Gänge und Höhlen. Zudem kann er wirksam zum Hochwasserschutz beitragen und in Trockenzeiten kommt das angestaute Wasser den angrenzenden Flächen zugute. [2]

Gefährdet ist der Biber heute durch den Straßenverkehr, durch das Ertrinken in Fischreusen, durch menschliche (illegale) Nachstellung und den Gewässerverbau. [5]

© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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Biber, Baden-Württemberg, Nachbarschaft, Konflikte