Start » Tierarten » Säugetiere » Wildschwein » Nachbarschaft

Steckbrief Wildschwein

Wildschwein

Mensch und Wildschwein

Immer häufiger wird von Wildschweinen im Siedlungsraum berichtet. Besonders viele leben mittlerweile in Berlin und sind dort in Parks, Grünanlagen oder mitten auf der Straße anzutreffen. [2] Auch in baden- württembergischen Städten wie Bad Säckingen kann man im Wohngebiet nachts den Schwarzkitteln begegnen. [3]

Im städtischen Siedlungsraum ist das Nahrungsangebot für Wildschweine gleichbleibend hoch und gut verteilt. Am Stadtrand finden sich oft Eichen, Buchen und Kastanien sowie zahlreiche Obstbäume in Kleingartenanlagen. Lebensmittelreste, die auf Schulplätzen, in Kindergärten, an Badestränden und auf Parkanlagen zurückgelassen werden, werden von Wildschweinen gerne angenommen. [4] In Berlin gibt es gar sogenannte "Futter- Events", bei denen Leute allabendlich bestimmte Plätze im Stadtgebiet anfahren und die dortigen Wildschweine mit Futter versorgen.

So kommt es beim Zusammenleben zwischen Mensch und Schwein auch zu Problemen und Konflikten. Auf der Suche nach Nahrung durchwühlen die Wildschweine mit ihren Rüsseln Grünanlagen, Gärten und Friedhöfe und richten dabei zum Ärger der Anwohner allerlei Schäden an. Platten von Fußwegen können angehoben und unbefestigte Spazierwege durchlöchert werden, was zu einem erhöhten Unfallrisiko besonders bei Dunkelheit führen kann. [4]

Mit der zunehmenden Zahl der Wildschweine im Siedlungsraum, steigt auch die Gefahr von Verkehrsunfällen. Eine Kollision mit einem starken Keiler (männl. Wildschwein) kann einen enormen Sachschaden verursachen sowie gefährlich für den Menschen werden. [4]

In der Regel geht keine direkte Gefahr von Wildschweinen aus. Meist nehmen sie den Menschen wahr, bevor dieser sie bemerkt und flüchten. Jedoch kann es in bestimmten Situationen oder wenn die Tiere unter Stress geraten, gefährlich werden. Wenn sie sich beispielsweise in die Enge gedrängt fühlen, keinen Fluchtweg finden, vom Menschen überrascht werden oder verletzt sind, können sie zum Angriff übergehen. Keiler greifen dabei meist mit ihren großen Hauern an, während die Bachen beißen. Beides kann zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen. Eine erhöhte Gefahr eines Angriffs besteht auch während der Jungenaufzucht, da die Bache dann die Frischlinge vor möglichen Feinden verteidigt. [4]
Wenn man einige Tipps beachtet, kann man zu einem friedlicheren Zusammenleben beitragen und sich eher an den intelligenten Tieren erfreuen.

© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein, um die Suche zu starten.

Wildschwein, Baden-Württemberg, Nachbarschaft, Konflikte