Start » Tierarten » Vögel » Stockente » Biologie

Steckbrief Stockente

Stockente

Lebensraum Land - Lebensraum Stadt

 

Stockenten sind sehr anpassungsfähig und auf fast allen Gewässerarten anzutreffen. Man kann sie auf Seen, Teichen, Flüssen sowie kleinen Wald- und Wiesengräben beobachten. Ebenso nutzen sie Regenrückhaltebecken und Kolken. Die Nester der Stockenten befinden sich oft in bis zu mehreren 100 m Entfernung vom Wasser im Grünland, unter Büschen, auf Bäumen, in Straßenböschungen oder auch auf Krähen- bzw. Greifvögelhorsten. [1] [2] [6]
Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit bezüglich des Nistplatzes und der omnivoren Lebensweise ist diese Entenart prädestiniert für das Leben in der Stadt. Sie gehören mittlerweile zum Bild von Parkanlagen und Grünflächen, in denen sie Weiher, Teiche und Brunnen besiedeln. Immer wieder wird von ungewöhnlich erscheinenden Nistplätzen auf Balkonen, auf Flachdächern von Hochhäusern oder in Schuppen und Ställen berichtet. Möglicherweise weichen Stockenten auf diese Alternativen aus, da es in innerstädtischen Gewässern oft an geeignetem Bewuchs fehlt oder sie sich durch freilaufende Hunde gestört fühlen. [6] [7] 

 

Nahrung

 

Stockenten ernähren sich omnivor, fressen also so gut wie alles, was verdaut werden kann. Dabei wählen sie hauptsächlich pflanzliche Kost wie Samen, Früchte sowie grüne Wasser-, Ufer- und Landpflanzen. Um an die Unterwasservegetation zu gelangen, gründeln sie. Dabei tauchen sie mit dem Kopf unter, während das Hinterteil senkrecht aus dem Wasser ragt. Weiterhin ernähren sie sich unter anderem von Schnecken, Larven, kleinen Krebsen und Fischen, Kaulquappen und Würmern. Wenn die Jungvögel flügge werden und es Herbst wird, dienen zudem noch nicht ausgereifte Getreidekörner, Eicheln und Nüsse zur Nahrung. [2] Wie jeder weiß, der schon einmal Enten im Park gefüttert hat, zeigen sie ebenfalls eine Vorliebe für Brot und verdauliche Küchenabfälle.

 

Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen

 

Vor der Paarbildung schwimmen Männchen und Weibchen oft hinter- bzw. nebeneinander her. Der Erpel sorgt auf diese Weise für die Vertreibung möglicher Konkurrenten. Da es in Stockentenpopulationen meist mehr Männchen als Weibchen gibt, konkurrieren viele Erpel um eine Ente. So sind sogenannte Reihenflüge, bei denen mehrere Männchen hinter einem Weibchen herfliegen, nicht selten. [8] Die eigentliche Paarung findet oft schon im Spätwinter statt, sodass die Brut relativ zeitig im März beginnt. [6]
Bei der Nistplatzsuche passen sich die Enten an die örtlichen Gegebenheiten an. Das Nest ist eine einfache Mulde, die vom Weibchen in den Untergrund gedrückt und nur mit groben Halmen ausgepolstert wird. Nach dem Nestbau verlässt der Erpel die Ente, welche die Brut und Aufzucht der Küken übernimmt. Nacheinander werden 7 bis 16 Eier gelegt, im Regelfall täglich ein Ei. Erst wenn alle Eier gelegt wurden, beginnt die Ente mit dem eigentlichen Ausbrüten, was dazu führt, dass alle Küken zur selben Zeit schlüpfen.
Die Küken, welche sich mit Hilfe eines spitzen Zahnes am Schnabelende aus der Eierschale befreien, sind als Nestflüchter schon bald nach dem Schlupf fähig, das Nest zu verlassen und zu schwimmen. Nach ca. 8 Wochen sind die Kleinen flügge, bleiben aber noch einige Wochen mit der Ente zusammen. [2]
 

 

Soziales Verhalten

 

Stockenten führen eine monogame Saisonehe, wobei es allerdings auch zu Begattungen eines Weibchens durch mehrere Männchen kommen kann. Den größten Teil des Jahres leben sie gesellig und zeigen ein Revierverhalten nur zur Brutzeit. [2]
© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein, um die Suche zu starten.

Stockente, Baden-Württemberg, Stadt, Biologie, Lebensraum