Start » Tierarten » Wasservögel » Höckerschwan

Steckbrief Wasservögel

Wasservögel

Steckbrief

Lateinischer Name: Cygnus olor
Klasse: Vögel
Ordnung: Gänsevögel
Größe: 125- 160 cm
Flügelspannweite: bis 240 cm
Gewicht: Männchen 10,6- 15 kg, Weibchen 6,6- 12 kg
Lebenserwartung: 16- 20 Jahre
Nahrung: hauptsächlich pflanzlich
Verbreitung: ursprünglich nördl. Mitteleuropa, Südskandinavien, Baltikum, Schwarzes Meer, Kleinasien bis Nordchina, durch Ansiedlung auch Westeuropa, USA, Australien
Lebensraum: Seen, Park- und Fischteiche, seichte Meeresbuchten, langsam fließende Flüsse
Zugvogel: Kurzstreckenzieher, in Deutschland ganzjährig anzutreffen
Natürliche Feinde: für ausgewachsene Schwäne kaum natürl. Fressfeinde, Gelegeverluste durch z.B. Fuchs
Feinde im Siedlungsraum: Jagd, Bleivergiftungen durch Bleischrot und Angelblei, Kollision mit Stromleitungen
Brutzeit: März- Juni
Geschlechtsreife: 3.- 4. Lebensjahr

[1] [2]

Hier können Sie sich Rufe und Fluggeräusche von Höckerschwänen anhören:

Autor: Frommolt, Karl- Heinz/ Tierstimmenarchiv Berlin

Verbreitung in Baden- Württemberg

Wie in ganz Deutschland so ist auch in Baden- Württemberg der Bestand des Höckerschwans nicht gefährdet. Er unterliegt dem Jagdrecht und darf in der Zeit vom 1. November bis zum 15. Januar bejagt werden. [3]  Höckerschwäne können entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse wie auch an anderen Gewässern Baden- Württembergs angetroffen werden. Eine starke Populationszunahme erfolgte in den letzten Jahren entlang der südbadischen Oberrheinebene und am westlichen Hochrhein. Größere Winteransammlungen finden sich am Bodensee. [4]
Mancherorts ist die Anzahl der Schwäne so gestiegen, dass beispielsweise in der Stadt Wehr über ein Fütterungsverbot für Höckerschwäne diskutiert wird. [5]

Lebensraum Land – Lebensraum Stadt

Höckerschwäne bevorzugen seichte Seen, geschützte Meeresbuchten und im Winter auch offene Flussläufe. Im Siedlungsraum sind sie häufig auf Gewässern in Parkanlagen und an Fisch- oder Klärteichen zu beobachten. [1] In menschlicher Nähe finden sie meist einen reich gedeckten Tisch vor, da viele Menschen die Schwäne mit Brot füttern oder ihre Picknickreste auf der Liegewiese zurücklassen.

Nahrung

Mit ihren langen Hälsen gründeln Höckerschwäne unter Wasser nach Wasserpflanzen und nehmen dabei auch Muscheln, Schnecken und Wasserasseln auf. An Land fressen sie Gras und im Spätwinter, wenn die Unterwasservegetation nicht mehr ausreichend vorhanden ist, dienen Getreidepflanzen wie Raps zur Nahrung. [2]

Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen

Höckerschwäne beginnen meist im März mit der Brut. Zuvor wird nahe dem Wasser oder auf kleinen Inseln aus Schilf und Röhrichten ein Nest gebaut und mit wenigen Daunen ausgepolstert. Das Weibchen legt ca. 5- 8 schmutzig braune Eier, aus denen nach 35- 38 Tagen die Küken schlüpfen. Die Kleinen folgen als Nestflüchter schon kurz nach dem Schlupf den Elterntieren. Zum Schutz tragen diese die Küken oft zwischen den Flügeln auf dem Rücken über das Wasser. Beide Elterntiere kümmern sich ca. 4- 5 Monate um die Aufzucht der Jungvögel und versorgen sie mit Nahrung, da die Kleinen die Unterwasserpflanzen selbst noch nicht erreichen können. [1] [2]

Soziales Verhalten

Einmal gefunden, bleiben Höckerschwanpaare ein Leben lang zusammen. Sie sind sehr territorial und nutzen ein Nest oft mehrere Jahre nacheinander. Selbst größere Gewässer werden häufig nur von einem Paar besiedelt. Bei hohem Nahrungsangebot und gleichzeitigem Mangel an Nistmöglichkeiten, können jedoch auch Brutkolonien mehrerer Schwanenpaare entstehen. [2] [6]

Mensch und Höckerschwan

Im Allgemeinen genießt der Höckerschwan ein hohes Ansehen. Nach dem eleganten weißen Vogel wurde ein Sternbild benannt, Peter Tschaikowsky hat ihm ein Ballett gewidmet, der Bayernkönig Ludwig II. taufte sein Schloss "Neuschwanstein" und er fand oft eine Verwendung als Wappentier. Zudem ist der Schwan für viele ein Symbol der Liebe und lebenslangen Treue.
Viele Menschen gehen mit Brotkrumen in den Park, um die dortigen Schwäne zu füttern. Das kann zu einer Zunahme der Schwanenpopulation führen, was nicht jedem gefällt, da ihre Hinterlassenschaften auf der Wiese zurückbleiben. Zudem kann es passieren, dass Schwäne besonders zur Brutzeit laut zischend und Flügel schlagend auf Mensch und Hund zugehen und so bedrohlich wirken können. Ein größeres Problem ist jedoch die Übertragung von Krankheiten und Parasiten zwischen den Schwänen, wenn die Dichte der Tiere zu hoch wird. [5]


Quellenangabe

[1] Bauer HG, Bezzel E, Fiedler W (2005) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes- Nichtsperlingsvögel, Aula- Verlag, Wiebelsheim

[2] Rutschke E (1992) Die Wildschwäne Europas: Biologie, Ökologie, Verhalten. Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin, Berlin

[3] Arnold JM, Greiser G, Kampmann S, Martin I (2013) Status und Entwicklung ausgewählter Wildtierarten in Deutschland- Jahresbericht 2013. Wildtier- Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), Deutscher Jagdverband (Hrsg.), Berlin

[4] Westermann K, Andris KK, Boschert M, Gabler E, Hurst J, Meßmer K, Müller G (2006) Brutverbreitung, Brutbestand und Bestandsveränderungen des Höckerschwans (Cygnus olor) am südbadischen Oberrhein und westlichen Hochrhein. Naturschutz südlicher Oberrhein 4: 197-212

[5] Schweizerische Vogelwarte 2014: Begutachtung der Betreuungsnotwendigkeit und - art sowie der Fütterung von Wasservögeln am Hochrhein, speziell im Wehradelta.
https://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/Begutachtung_der_Betreuungsnotwendigkeit_Wehradelta.pdf  Zugriff: 18.09.2015

[6] Ziegler G (1993b) Revieransprüche und "kolonieartiges" Brüten von Höckerschwänen an der Mittelweser- Vogelwelt 114: 178-182
  • Höckerschwan  » Click to zoom ->

    Höckerschwan

  • Höckerschwäne in der Siedlung  » Click to zoom ->

    Höckerschwäne in der Siedlung

  • Höckerschwan mit Küken  » Click to zoom ->

    Höckerschwan mit Küken

  • Schwanenfamilie  » Click to zoom ->

    Schwanenfamilie

© 2017 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein, um die Suche zu starten.

Höckerschwan, Baden- Württemberg, Cygnus olor, Stadt