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Steckbrief Feldhase

Feldhase

Lebensraum Land – Lebensraum Stadt

Der Feldhase bevorzugt offene Landschaften mit guten Deckungsstrukturen und guter Rundumsicht, aber auch Agrarlandschaften mit vielen Büschen und angrenzenden Wäldern. Der ursprüngliche Lebensraum ist die Steppenlandschaft Asiens und Osteuropas [2],[3]. Durch Rodung und den einsetzenden Feldbau entwickelten sich auch in Mittel- und Westeuropa für den Feldhasen geeignete Lebensräume, in die er einwandern konnte. Er ist somit ein echter Kulturfolger [3].

Nahrung

Feldhasen sind Pflanzenfresser und können auf ein vielfältiges Spektrum pflanzlicher Nahrung zurückgreifen. Sie fressen Kräuter, Gräser sowie Bucheckern, Eicheln und diverse Beeren. Ebenso gehören Kulturpflanzen wie Getreide und Feldfrüchte zu seiner Nahrung. Im Winter werden auch Knospen und Zweige gefressen und bei hoher Schneelage sogar Rinden von Bäumen und Büschen angenagt [3].

Soziale Strukturen

Das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Feldhasen ist ungefähr gleich. Feldhasen haben die Tendenz zur Gruppenbildung vor allem während der Fortpflanzungsperiode. Bei einer sehr geringen Feldhasendichte lebt er auch paarweise oder einzeln. Grundsätzlich haben Feldhasen gegenüber Artgenossen eine große Toleranz. Normalerweise bleiben sie ihrem angestammten Wohngebiet treu und wandern nur ab, wenn sich extrem lebensfeindliche Bedingungen einstellen [1].

Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen

Außerhalb der Paarungszeit, in Mitteleuropa von Januar bis Oktober, sind die Feldhasen Einzelgänger. Die Häsinnen bringen bis zu viermal im Jahr Nachwuchs zur Welt. Die Wurfgröße kann bis zu fünf Junge betragen. Die Tragezeit beträgt 38 bis 42 Tage [3].

An den Geburtsort haben Feldhasen keinen besonderen Anspruch. Die Jungen werden meist auf freiem Feld geboren. Junge Hasen sind Nestflüchter und bleiben allein. Die Häsin kommt nur etwa ein bis dreimal am Tag zum Säugen vorbei. Bei Gefahr z.B. von Fressfeinden, drücken sich die jungen Hasen dicht auf den Boden und verlassen sich auf ihre optische Tarnung. Dazu kommt noch eine olfaktorische Tarnung, d.h. die jungen Hasen besitzen keinen Art- und Individualgeruch [3]. Auch die ausgewachsenen Hasen drücken sich bei Gefahr an den Boden und ergreifen erst im letzten Moment die Flucht. Die natürlichen Feinde sind z.B. Fuchs, Marder oder Habicht.

© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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