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Steckbrief Fuchs

Fuchs

Lebensraum Land – Lebensraum Stadt

 

Füchse gelten gemeinhin als nachtaktiv und menschenscheu. Dieses Verhalten scheint sich jedoch offensichtlich in den letzten Jahren verändert zu haben, denn Füchse werden seit den 80er Jahren immer häufiger im städtischen Raum gesichtet [2]

Die höchste Fuchsdichte kann man im Ortsrandbereich erwarten, da das Habitat hier meist sehr günstig ist und auch Füchse anzutreffen sind, die zwischen Stadt und Umland "pendeln". Für die Stadt Zürich geht man von einer Fuchsdichte von ca. 10 Individuen pro km² aus, in Bayern belaufen sich die Zahlen auf 2,7 bis 13,8 Füchse auf einem km².

Den Tag verbringen sie in einem Versteck, in dem sie vor Menschen oder freilaufenden Hunden geschützt sind. Diese Verstecke können in Parks oder auf Friedhöfen sein, auf Bahndämmen, Golfplätzen oder in Schrebergärten. An Schlafplätzen mangelt es in der Stadt also nicht. Nachts, wenn nur noch vereinzelt Menschen anzutreffen sind, gehen die Füchse in allen Teilen der Stadt auf Nahrungssuche, sowohl in Industrie- oder Wohngebieten, als auch in der Innenstadt [2].

Füchse sind sehr lernfähig und können sich deshalb auch an das unterschiedliche Verhalten von Menschen anpassen. Die Füchse auf dem Land sind zum Beispiel sehr scheu, weil sie von Jägern geschossen werden. Die Füchse in der Stadt dagegen haben gelernt, dass von Menschen wenig Gefahr ausgeht und sind deswegen oft zutraulicher [3].

Nahrung

 

Im städtischen Raum finden Füchse viel zu essen, denn was das Futter angeht, sind sie nicht wählerisch. So besteht der größte Teil ihrer Nahrung aus menschlichen Abfällen, wie zum Beispiel Obst- und Gemüseresten von Komposthaufen oder Speiseresten wie Nudeln und gegartem Fleisch aus dem Hausmüll. Daneben ernähren sie sich auch von Mäusen, Kaninchen, Vögeln oder Würmern, sowie Nüssen, Beeren und Fallobst aus Gärten und Parks [1].

Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen

 

Füchse paaren sich nur einmal im Jahr, in der sogenannten „Ranzzeit“, die zwischen Januar und März stattfindet. Während dieser Zeit sind die Füchse meist in Paaren anzutreffen. Zur Geburt und Aufzucht der Jungen zwischen Februar und Mai bewohnt das Fuchspaar einen Erdbau oder einen künstlichen Hohlraum in einem ruhigen Gebiet. Da die 4-6 Jungtiere anfangs noch unvorsichtig sind, ist die Wahl des Aufzuchtortes in Städten schwierig, da dieser über einen längeren Zeitraum hinweg ungestört bleiben muss. Anwohner machen eventuell häufig die Erfahrung, dass die verspielten Jungtiere Sachen aus Gärten und Höfen entwenden, wie zum Beispiel einzelne Schuhe. Im Herbst beginnen die Jungtiere dann abzuwandern, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Im nächsten Jahr sind die jungen Füchse selbst schon geschlechtsreif und das Fuchsjahr beginnt von vorn [3].

Soziale Strukturen

 

Früher ging man davon aus, dass Füchse Einzelgänger sind, die in festen Revieren leben, die sie verteidigen. Tatsächlich ist es aber so, dass die soziale Struktur unter Füchsen variiert – je nachdem in welchem Gebiet sie leben. So bilden sich in Städten oft Familiengruppen von je einem dominanten Fuchspaar und mehreren erwachsenen Füchsen, die mit diesem verwandt sind. Die Mitglieder der Familiengruppen helfen bei der Jungenaufzucht und der Revierverteidigung – nur die Nahrungssuche findet im Alleingang statt [2]. Grund für das unterschiedliche Verhalten ist wahrscheinlich das Futterangebot. Weil es in der Stadt so viel zu fressen gibt, kommen hier auf dem gleichen Raum viel mehr Füchse vor als auf dem Land. Die Füchse haben hier kleinere Reviere, denn sie müssen nicht so weit umherstreifen, um Nahrung zu finden [1].

 

 

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© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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