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Steckbrief Nutria

Nutria

Lebensraum Land – Lebensraum Stadt

Ähnlich wie der Biber ist auch die Nutria auf Gewässer angewiesen. Man findet sie daher an Teichen, Flüssen, Seen und sogar an der Küste [1]. Auch im städtischen Raum wird immer wieder von großen Nutriaansammlungen berichtet, die in Parks entlang von Seen vorkommen und dort Aufsehen erregen. Entlang von Uferböschungen legen sie Baue an, die bis zu 6 m tief sein können. Hierhin ziehen sie sich zum Ruhen und zur Geburt der Jungtiere zurück und sind so auch vor Kälte geschützt. Desweiteren legen sie häufig Nester in Schilfgürteln oder in hohem Gras an, die sie als Futterplatz, zum Putzen oder Rasten nutzen [2].

Nutrias sind normalerweise dämmerungs- und nachtaktiv, jedoch hat man festgestellt, dass Tiere, die in Städten vorkommen, besonders mittags bis nachmittags aktiv sind [3]. Dies liegt vor allem an den Fütterungen, die sie von zahlreichen Spaziergängern in dieser Zeit erhalten. Obwohl Nutrias generell als scheue Tiere gelten, zeigen sie im städtischen Raum wenig Furcht vor Menschen, betteln sogar um Essen und nehmen an Entenfütterungen teil [3].

Nahrung

Nutrias ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen, wie Schilf und Wasserpest, können im Winter jedoch auch auf Wurzeln und Baumrinde umsteigen, falls die Gewässer einmal zugefroren sind [1]. Die Tiere legen meist keine großen Distanzen zurück, um auf Nahrungssuche zu gehen. Falls sich aber ein Acker mit Rüben, Kartoffeln oder Mais in unmittelbarer Nähe befindet, greifen sie auch auf diese zurück [2]. Je nach Jahreszeit ändert sich also ihr Essverhalten [3]. Im Winter halten Nutrias keinen Winterschlaf und legen auch keine Vorräte an. Das heißt, dass andauernde, starke Winter eine Gefährdung für die Tiere darstellen können [3].

Feinde haben die Nutrias auf Grund ihrer Größe bei uns kaum. Lediglich die Jungtiere können zur Beute von Füchsen oder Greifvögeln werden. Daher können sich Nutrias in vielen Gebieten sehr schnell vermehren, wenn sie sich einmal dort etabliert haben. In Städten können Hunde eine Gefahr für die Nutrias darstellen, allerdings wurde in Cottbus auch schon beobachtet, dass Nutrias umgekehrt Hunde und Fußgänger angriffen [4].

Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen

Nutrias können sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Je nach Umweltbedingungen bringen die Weibchen zwischen 3 und 9 Jungtiere in einem Wurf auf die Welt [2]. Diese können schon von Anfang an sehen und sogar schwimmen [3]. Sie werden bis zu 2 Monate lang von ihrer Mutter gesäugt.

Soziales Verhalten

Die weiblichen Jungtiere bleiben oft auch nach der Aufzucht noch bei ihrer Mutter, sodass sich kleinere Familiengruppen bilden. Die männlichen Jungtiere wandern dagegen ab und versuchen, an ein eigenes Revier zu gelangen. Dabei überlappt das Revier der Männchen oft das von mehreren Weibchen, sodass die Männchen in der Lage sind, sich mehrfach fortzupflanzen [2]. Die Männchen markieren ihr Revier durch Urin.

In Städten bilden sich häufig auch größere Kolonien, in denen mehrere Kleingruppen denselben Lebensraum (sowohl Futter als auch Bauten) nutzen [2].

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    Nutria mit Jungen

  • Fraßplatz mit Muschelschalen  » Click to zoom ->

    Fraßplatz mit Muschelschalen

  • Eingang zu einem Nutria-Bau  » Click to zoom ->

    Eingang zu einem Nutria-Bau

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    Nutria-Kot

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    Nutrias im Park

© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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Nutria, Baden-Württemberg, Stadt, Biologie, Lebensraum