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Steckbrief Steinmarder

Steinmarder

Mensch und Marder

 

Das Bild des Menschen vom Marder ist stark durch Negativschlagzeilen geprägt. Jedoch verläuft in den meisten Fällen das Zusammenleben von Mardern und Menschen reibungslos, denn viele Menschen sind sich gar nicht bewusst darüber, dass Marder in ihrem unmittelbaren Umfeld leben. 

Das Phänomen des „Automarders“ wurde 1978 zum ersten Mal in Winterthur in der Schweiz nachgewiesen, von wo aus es sich schnell über ganz Österreich, die Schweiz und Deutschland ausbreitete und 1995 sogar in Kiel entdeckt wurde [7]. Marder, die in die Motorhaube der Autos klettern können, zerbeißen hierbei Kühlwasserschläuche und Zündkabel, je nachdem welche Teile erreichbar sind [3]. Als Ursache für dieses Verhalten werden seitdem mehrere Möglichkeiten diskutiert:

  1. Den Mardern, die während ihrer Streifzüge freies Gelände meiden, dient die Motorhaube als Unterschlupf. Hier erforschen sie die Gegenstände durch Riechen und Beißen. Die Zerstörungen an Kabeln und Schläuchen sind also Ergebnis eines „artspezifischen Erkundungsverhaltens“ [5]
  2. Es handelt sich hierbei um einen Spieltrieb, der besonders bei Jungtieren noch ausgeprägt ist [7]
  3. Autos, die häufig in unterschiedlichen Gebieten parken, enthalten Duftmarken von revierfremden Mardern [7]

 

Punkt 3 ist wahrscheinlich der Hauptgrund, weshalb die Marder aggressiv werden und als Folge dessen die markierten Autoteile zerbeißen. Es handelt sich dabei also um ein Verhalten von Revierverteidigung [3]. Dies würde auch erklären, warum es vermehrt in der Ranz zu Marderschäden an Autos kommt und warum häufig dieselben Autos mehrfach betroffen sind [3], [5]. Hat man eine Teilkasko- Versicherung abgeschlossen, kommt diese in der Regel für die Primärschäden durch Marder auf. Dazu zählen beispielsweise zerbissene Schläuche. Dies gilt aber nicht für Sekundärschäden, die daraus resultieren, wie zum Beispiel das Überhitzen des Motors [6].

 

Da Marder gut klettern, schwimmen, springen und sich durch Ritzen zwängen können, haben sie häufig auch Zugänge zu Dachböden. Diese nutzen sie als Tagesversteck oder Aufzuchtsort für Jungtiere. Nutzt ein Marder regelmäßig einen Dachboden als Tagesversteck, findet man dort Kot und Harn des Marders. Hier kann es laut werden, wenn der Marder in den Abendstunden aktiv wird oder sogar über einen längeren Zeitraum Junge dort aufzieht. Besonders problematisch ist hierbei, wenn es zur Beschädigung des Isoliermaterials kommt und so das Dach seine Isolierwirkung verliert oder sogar nicht mehr regendicht ist [2]. In diesen Fällen ist eine Sanierung des Dachstuhls von Nöten, was hohe Kosten für die Hausbesitzer bedeutet, denn eine Versicherung kommt derzeit nicht für Marderschäden am Dach auf.

→ Tipps zur Vorbeugung von Konflikten mit dem Marder finden Sie hier.

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    Steinmarder am Auto

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    Steinmarder in der Falle

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    Steinmarder-Kot

© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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