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Steckbrief Graureiher

Graureiher

Lebensraum Land - Lebensraum Stadt

 

Graureiher stellen geringe Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie brüten an Süßgewässern im Landesinneren, an Flussmündungen sowie in Küstenregionen. Weiterhin sind sie in Überschwemmungsregionen, Schilfgürteln, Sümpfen, Teichen, Stränden, Mangroven und Salzmarschen anzutreffen. [5] Wichtig bei der Wahl scheint die Nähe zu Flachwasserzonen zu sein, in denen die Reiher Fischen und Amphibien nachstellen können. Große Bäume wie Fichten, Lärchen, Kiefern, Eichen, Buchen und Weiden eignen sich als Ruhe- und Nistbäume. Außerhalb der Brutzeit kann man Graureiher auf Brachen und Dauergrünflächen beobachten, auf denen sie Kleinsäugern nachstellen. [6]
Zunehmend häufiger nutzen sie vom Menschen geschaffene Gewässer wie Fischteiche, Staugewässer und Reisfelder. [5] In Städten finden sich Brutkolonien oft in Zoologischen Gärten (z.B. in Stuttgart, Heidelberg), wo sie sich am Futter für die Zootiere satt fressen können. In Siedlungsräumen haben sich Graureiher an das Leben in der Nähe des Menschen gewöhnt und nur in sehr stark von Passanten frequentierten, lauten und verkehrsreichen Gegenden kann sich dies negativ auf die Brut der Tiere auswirken. [7]

 

Nahrung

 

Obwohl der Graureiher auch "Fischreiher" genannt wird, besteht seine Nahrung keinesfalls nur aus Fischen. Neben diesen ernährt er sich ebenfalls von Amphibien, Reptilien, Insekten und Kleinsäugern wie Schermäusen und Maulwürfen. Weiterhin lauert er an den Ufern verschiedenster Gewässer auf Krebstiere, Muscheln, Schlangen, Schnecken und Libellen. [2] [8] Er ist ein Lauerjäger, der meist still stehend oder langsam schreitend nach Beute Ausschau hält und seinen S- förmig gebogenen Hals blitzschnell nach vorn schleudern kann, um ein Beutetier zu packen.

 

Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen

 

Graureiher sind saisonal monogam und pflanzen sich einmal im Jahr fort. Sie brüten meist in Kolonien, die bis zu einige 100 Paare umfassen können. In der Regel besteht das Nest aus einem großen, aber nicht sehr stabilen Reisigbau, der in die Kronen hoher Bäume gesetzt wird- Bodenbruten im Schilf sind selten. Diese Nester werden oft über mehrere Jahre wiederverwendet und können so beträchtliche Ausmaße annehmen. Das Reiherweibchen legt 3 bis 6 Eier welche über 25 bis 26 Tage lang bebrütet werden. An der Aufzucht der Jungvögel beteiligen sich beide Elterntiere. [9] Nach 20 Tagen werden die jungen Reiher erstmals alleine gelassen und sie beginnen dann, die Umgebung des Nestes zu erkunden. Flugfähig werden sie mit etwa 50 Tagen und sind spätestens mit einem Alter von 10 Wochen völlig selbstständig. [2]

 

Soziales Verhalten

 

Graureiher brüten meist in Kolonien, gehen jedoch in der Regel alleine auf Nahrungssuche. Nur bei einem überreichen Nahrungsangebot kann man sie in lockeren kleinen Schwärmen beobachten. In einer Kolonie kann es sehr lebhaft zugehen und es kommt oft zu Streitigkeiten um Nistmaterial. Dieser ist jedoch schnell beigelegt, wenn sich Krähen aufdringlich den Nestern nähern. Dann nämlich wehren die Reiher gemeinsam die Eindringlinge ab. Besonders zwischen Jungvögeln und Geschwistern kann das Aggressionsverhalten sehr ausgeprägt sein. Die jungen Vögel behacken sich gegenseitig mit ihren Schnäbeln und schubsen sich aus den Nestern. Dies führt zu schlimmen Verletzungen und oft sogar zum Tod. So ist in einigen Kolonien die häufigste Todesursache junger Reiher nicht etwa Fuchs oder Adler, sondern ein Geschwistertier. [10]

 

 

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    Graureiher auf Nest

© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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