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Steckbrief Saatkrähe

Saatkrähe

Lebensraum Land- Lebensraum Stadt

 

Als ursprünglicher Steppenvogel bevorzugt die Saatkrähe offene Landschaften mit wenigen Busch- oder Baumgruppen. Vorwiegend anzutreffen ist sie in ackerbaulich genutztem Kulturland mit Wiesen, Feldern und Weiden, wo der Boden weich ist und das Nahrungsangebot groß. [5]

Die Saatkrähe scheut die Nähe zum Menschen nicht und zieht sich zunehmend in menschliche Siedlungen. In vielen Städten stößt man auf Brutkolonien oder Schlafplätze, die in direkter Nachbarschaft zum Menschen, z.B. in Parkanlagen oder Straßenbäumen errichtet wurden. Besonders beliebt für den Nestbau scheinen Platanen zu sein. Im Winter dienen Abfall- und Mülldeponien sowie Lebensmittelreste in Straßen und Parks tausenden überwinternden Saatkrähen als Nahrungsquelle.

 

Nahrung

 

Saatkrähen sind Allesfresser, die sich überwiegend von Regenwürmern und Insekten ernähren. [1] Im Frühjahr während der Koloniegründung stehen vorwiegend Mäuse, Insektenlarven, Stalldünger und alte Maiskolben auf dem Speiseplan. Saatgut und Keimlinge spielen bei der Aussaat des Sommergetreides eine große Rolle, weiterhin werden auch Nüsse, Eicheln und Früchte verzehrt. [5] Die Nahrungssuche erfolgt oft in großen Schwärmen auf gepflügten Feldern und Weiden. [1] Der spitze, starke Schnabel dient als Universalwerkzeug und wird zum Graben, Stochern und Hacken verwendet.

 

Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen

 

Im März wird mit dem Nestbau begonnen, wobei die Besetzung der Brutkolonien teilweise schon im Januar und Februar erfolgt. [5] Die lockeren Reisignester, die vor dem Laubaustrieb wie große Hexenbesen aussehen, werden meist in den Kronenschluss von Laubbäumen in Alleen oder Feldgehölzen errichtet. [1] Ende März bis Anfang April legen die Saatkrähen 2 bis 6 Eier, aus denen nach ca. 17 Tagen die Jungvögel schlüpfen. Nach 32- 35 Tagen verlassen diese dann das Nest und werden noch eine Zeit lang von den Altvögeln versorgt, ehe sie sich zu Jugendtrupps zusammenschließen.

 

Soziales Verhalten

 

Saatkrähen gelten als sehr intelligent und sozial. Sie leben in Kolonien mit bis zu 510 Brutpaaren [2] und halten den Kontakt zu ihrem Partner, indem sie intensiv über Rufe miteinander kommunizieren. [6] Saatkrähen leben monogam und so bleibt ein Krähenpaar oft mehrere Jahre zusammen. Nach dem Erreichen der Selbstständigkeit verbleiben junge Saatkrähen meist in derselben Brutkolonie.

© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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