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Steckbrief Waldohreule

Waldohreule

Lebensraum Land - Lebensraum Stadt

 

Zum Jagen benötigt die Waldohreule vorwiegend offenes Gelände (Felder, Wiesen, Niederungsmoore usw.) mit niedrigem Pflanzenbewuchs. Im Inneren größerer, geschlossener Waldbestände ist sie kaum anzutreffen. Im Stadtgebiet wird sie eher am Randgebiet nachgewiesen oder auf Friedhöfen und in Stadtparks. Hier sind vor allem entsprechende Bäume sehr wichtig, in denen sich diese Eulenart tagsüber verstecken kann. Da die Waldohreule stark von der Kleinsäugerdichte abhängig ist, unterliegt sie erheblichen Bestandsschwankungen. Als natürlicher Feind ist vor allem der Uhu zu nennen, in dessen Speiseplan die Waldohreule regelmäßig zu finden ist. [1] [2]

 

Nahrung

 

Mäuse stellen die Hauptbeute dar, ergänzend werden aber auch kleine Singvögel gefangen und gefressen. Hierbei werden bevorzugt Grünfinken und Sperlinge erbeutet, da diese während des Winters in Schlafgemeinschaften übernachten und somit für die Eule nachts eine einfache Beute darstellen. Insekten werden eher selten aufgenommen. [1]

 

Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen

 

Waldohreulen sind sogenannte „Nestbezieher“. Sie bauen also keine eigenen Nester, sondern nutzen Krähen- und Elsternester oder Greifvogelhorste als Brutplatz. Somit gehören sie nicht zu den Höhlenbrütern wie der Waldkauz. Im Gegensatz zum Waldkauz führt die Waldohreule in der Regel eine Saisonehe. Die Eiablage beginnt zwischen Ende März und Mitte April. Es werden dabei im Schnitt 4 bis 6 weiße Eier gelegt. Die Brutdauer liegt bei 27 bis 28 Tagen. Die Jungen haben beim Schlupf die Augen noch geschlossen, welche sich nach ca. einer Woche öffnen. [1]

Die Bettelrufe der Jungen sind laut und durchdringend, besonders vom Mai bis August deutlich wahrzunehmen. Die Rufe erinnern dabei einer quietschenden Tür und werden häufiger von Menschen nicht als Eulenruf eingeordnet. Beispielrufe sind auf Youtube anzuhören.

Manchmal kann es passieren, dass nach einem Sturm das Eulennest zerstört wird und Jungtiere zu Boden fallen. Wenn es sich um Nestlinge handelt, muss dann geholfen werden und sie sollten zu einer Auffangstation für Eulen gebracht werden. Waldohreulen können zur Abwehr ein Flügelrad schlagen, um größer zu wirken. Sie fauchen und machen mit dem Schnabel Knackgeräusche. Auch Jungvögel beherrschen diese Drohgebärden schon. [2]

 

Soziale Strukturen

 

Waldohreulen sind Einzelgänger, aber dafür bekannt, dass sie im Winterhalbjahr Schlafgemeinschaften mit anderen Waldohreulen bilden. Gruppengrößen von fünf bis zweihundert Individuen und mehr können dabei entstehen. In manchen Fällen kommt es zur Vergesellschaftung mit Sumpfohreulen. Während der Brutzeit markieren Waldohreulen mit Gesang und Flügelklatschen die nähere Brutplatzumgebung, tolerieren aber trotzdem Artgenossen im Jagdgebiet. [1]

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© 2018 Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.

www.wildlife.uni-freiburg.de

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